Heute hat mich TUAW (The Unofficial Apple Weblog) mit einer kurzen Meldung überrascht: BumpTop ist in einer Mac-Version verfügbar. BumpTop ist ein ausgefeilter 3D-Desktop, ein Versuch, die etwas in die Jahre gekommene Desktop-Metapher zu aktualisieren und an einen dreidimensionalen Raum anzupassen. Dabei wird genau ein Raum dargestellt, ein Boden, auf den man in einer Schrägansicht blickt, sowie die dazugehörigen Wände. Wenn man möchte, kann man durch einen einfachen Doppelklick auf den Boden in eine „2D-Ansicht“ wechseln, die einem klassischen Desktop am meisten ähnelt, aber noch immer alle Sortier- und Verwaltungsfunktionen von BumpTop bietet. Die bedeutendste dabei sind Stapel, die man aus beliebigen Dateien sehr einfach anlegen kann. Die Stapel entsprechen dabei exakt dem Organisationsprinzip, das jeder auf seinem eigenen Schreibtisch benutzt: Dinge übereinander zu legen, die thematisch oder funktionell ähnlich sind. Für mich ist schon alleine diese Funktion es wert, das kleine Programm zu installieren. Welche Funktionen es noch gibt? Das kurze Intro-Video erklärt alles Wesentliche: BumpTop ist ein 1.0-Release. Das sieht man ihm an manchen Punkten an, zum Beispiel an den grob gerasterten Icons der Menüs, die die Funktionen zur Dateiorganisation anbieten. Gut gelungen ist die Integration mit Quicklook, Exposé und Spaces. Weniger gelungen sind die Notizzettel, die nur rudimentäre Funktionen bieten und auch nicht mit den Notizen in Mail interagieren. Ich fände es spannend, hier ein zentrales Notiz-Repository zu haben, auf das ich von verschiedenen Punkten aus zugreifen kann. Die Pro-Version von BumpTop kostet 29$, aktuell 20,5€, die Basisversion, die nahezu alle Funktionen bietet, ist frei verfügbar. BTW: Auf …
Toter als tot
Der Wiener, glaubt man der Überlieferung, liebt den Tod. „Der Tod, das muss ein Wiener sein„, hat Georg Kreisler schwarzhumorig gesungen. Die Hemmschwelle, etwas gegen den Tod zu schreiben, liegt hoch in Wien, und noch höher die Schwelle, das knöchern bleiche Antlitz des Sensenmannes nicht oft genug in einem Satz zu erwähnen. Den Titel des Artikels würde ich mir unter Umständen noch einreden lassen, aber dann den ganzen Text hindurch auf der Leiche des toten Sohnes herumzureiten, geht dann doch zu weit. Eine Tautologie hat ja etwas gutes, aber wenn es in Richtung Pleonasmus kippt, und die tote Leiche ist ein klassisches Beispiel, dann kann von gutem Stil keine Rede mehr sein. Gerade Wien hätte doch allerhand bedeutungsschwangere Synonyme für den Tod und das dazugehörige Adjektiv hervorgebracht… Die Presse Britisches Paar sprang mit totem Sohn in den Tod
Gensemer über Online Campaigning
Thomas Gensemer gelang als Veranwortlicher der Online-Kampagne von Barack Obama, Millionen Menschen für ein Thema zu begeistern. Mit über 14 Millionen E-Mail Empfängern wurde im Verlauf von 24 Monaten einer der größten politischen Newsletter erstellt, deren Empfänger individualisiert angesprochen werden können. In einem Interview mit „The Business Insider“ beleuchtet Gensemer ein wenig die Hintergründe dieses Erfolgs und die Schlüsse, die er daraus gezogen hat. Das Gespräch wurde in mehrere Themen zerteilt, die ich hier versammelt habe. Gensemer’s three keys to success in marketing Gensemer explains the Obama Campaign marketing system Gensemer on E-Mail as the most effective Obama Campaign Tool How can corporations use Obama Campaign Marketing Tricks? Gensemer on marketing political campaigns Gensemer on changes in traditional media marketing The Guardian ‚We need a five year plan, not a five month plan‘ – Thomas Gensemer gives Labour and the Conservatives some web tips
Tiere sind eine schreckliche Seuche
Ich bin mir der Gefahr bewusst, der ich mich aussetze, wenn ich tagtäglich in der Früh meinen Fuß vor die Tür setze, selbige hinter mir schließe und mit dem Rad über den Rennweg fahre, vorbei an vor sich hin stauenden, stinkenden Blechkolonnen. Geht man nach der Presse, kann ich froh sein, mich nicht in der Natur aufhalten zu müssen. Dort wird die Luft zwar nicht von Abgasen verseucht, dafür aber das Wasser von Haien und Krokodilen. Stellt sich für mich die Frage, wie sich die Natur mit sich selbst verseuchen kann. Wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Die Presse Australien: Zufall rettete Touristen das Leben
Über den Ursprung der Arten
Charles Darwins „On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life“ wurde am 24. November 1859 publiziert. Ich bin wie üblich ein paar Tage zu spät. Dafür habe ich mich mit Wordle gespielt. Was zu erwarten war: das häufigste Wort ist „Arten“. Alle anderen Begriffe werden im Verhältnis dazu viel seltener genannt, betreffen aber zum Teil die These der natürlichen Auslese. Die Originalausgabe des Buchs gibt es im Volltext als pdf hier (92 MByte). Alle anderen Publikationen Darwins gibt es ebenfalls bei Darwin Online. Wordle The Origin of Species – Charles Darwin
Charles Darwin by mekka
Mekka ist wieder mal drauf und dran, ein neues T-Shirt drucken zu lassen. Motiv diesmal: Charles Darwin, zum 150-jährigen Erscheinen seines Hauptwerks On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life, in welchem er die Evolutionstheorie ausgeführt hat. Mekkas Shirts gibt’s immer nur in streng limitierter Auflage, sind wirklich gute Qualität was das Shirt als auch den Druck anbelangt, gibt’s in weiblich und männlich, kann man unter mekka@mekkablue.com bestellen und machen einfach Spaß zu tragen 😉 mekkablue Charles Darwin
Das erste Andere
Vor ein paar Tagen wurde Else™ präsentiert. „Else“ ist für Deutschsprachige ein ungewöhnlicher Name, da man zuerst Else eben als Name verstehen möchte und nicht daran denkt, dass es nur Englisch sein könnte. „Else“ im Sinne von „anders“ ist die Intention. Passende Internationalität von Namensgebungen ist das Problem. Das Neue an Else ist nicht die Technik, zum Teil werden Komponenten verbaut, die sich auch im iPhone finden, sondern das Interface. Es folgt der Prämisse, auf 100% der Funktionen und 100% der Daten im Rahmen eines Interaktionsprozesses, der genau eine Bildschirmberührung umfasst, zugreifen zu können. Die Interaktion erfolgt mit dem Daumen jener Hand, in welcher man das Smartphone hält. Die Präsentation führt die Funktionsweise des Interfaces vor. Das von Emblaze Mobile entwickelte Interface durchbricht damit das Paradigma, dass Smartphones immer in einer Hand gehalten und mit der anderen bedient wird. Durch die Zentrierung des Interfaces auf den Daumen erhält der Benutzer eine Hand zurück. Die Konzentration auf das Gerät während der Bedienung wird zwar nicht nachlassen, aber wer weiß, in welchen Situationen man nicht doch gerne mit nur einer Hand wählen können würde. Das ist zwar mit jedem kleinen, billigen Handy möglich, Smartphones haben hier bisher das Nachsehen, lässt man andere Interfaces wie Sprachsteuerung außen vor. Ich bin gespannt, ob das first Else in irgendeiner Form den Weg zu einem österreichischen Netzbetreiber findet. Spannend ist das Gerät. Mit der Ankündigung eines eigenen SDKs und des inzwischen üblichen App Stores könnte sich bald ein neuer, interessanter Mitbewerber am Smartphone-Markt tummeln. Es gibt ein …
Weinselig
Visualisierungen, die sich nicht ganz an die Norm halten, sind immer willkommen. Bei dieser gefällt mir der einfache, minimalistische Weg, nach welchem die typischen Eigenschaften von Weinen nach Geschmack, Aroma, Charakteristik und Eindruck angeordnet wurden. Ausgehend vom rechts horizontal angeführten Wein werden strahlenförmig jene Eigenschaften verbunden, die zu dem Wein am häufigsten genannt wurden. Die Strichstärke definiert die Häufigkeit. Das größte Problem der Grafik ist ihre Größe, die von den aufgelisteten möglichen Eigenschaften definiert wird. Mit einem kleineren Bildschirm wird es unmöglich, die Grafik als ganzes betrachten zu können. Von Carl Tashian via Chart Porn
Simplicity sells
Eine alte Design-Weisheit, von David Pogue bei Ted sehr unterhaltsam präsentiert. Inklusive Einlagen am Klavier zu Bill Gates und Steve Jobs. Aufgenommen wurde der „Vortrag“ 2006, die Beispiele sind ein wenig älter, aber er behandelt ausschließlich grundlegende Wahrheiten. „Why i have to click ‚Start‘, when i want to shut down the computer?“
Wertrelationen
Ohne Ted Talks wäre es weniger unterhaltsam, muss ich sagen. Der Vortrag von Rory Sutherland über die von Werbung geschaffenen fiktiven Werte, jenseits aller tatsächlichen Werte, ist einfach nur fantastisch. 20 äußerst unterhaltsame und informative 20 Minuten ohne weiteren Kommentar. Passend dazu kam einige Tage später ein Vortrag von John Gerzema, der über die sich wandelnden Bedürfnisse des Konsumenten spricht, weg von einem immer mehr, hin zu einem bewussten und überlegten Handeln.
