CO gegen CO2

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Am 26. September dieses Jahres habe ich mich unter dem Titel „Keine Ruhmestat“ darüber beklagt, dass selbst im Rahmen der aktuellen Klimadebatte die chemischen Summenformeln für CO2 nicht mehr korrekt wiedergegeben werden. Dazu habe ich am 31.10.2008 eine Rückmeldung und Klarstellung von Regina Pöll bekommen, die diesen Artikel geschrieben hatte, die ich hier im Rahmen eines offenen Briefes kommentieren möchte.

Sehr geehrte Frau Pöll,

Sie haben mir am 31.10.2008 folgende Rückmeldung auf meine Kritik zu Ihrem Artikel „CO2-Speicherung: Europas Klimaproblem ist lösbar“ geschrieben:

Regina Pöll wrote:
Sehr geehrter „mask“ – wer immer sich dahinter verbirgt; da ich gerade
über Ihre Kritik an meinem CO2(!)-Artikel stolpere: Tatsächlich ist der
Artikel im Print ausschließlich mit CO2 (und nicht etwa CO) erschienen – und
für die Printfassung bin ich verantwortlich. Offenbar ist beim Übersetzen der
Printversion in die Onlinefassung die niedriger gestellte „2“ mehrmals
verloren gegangen. schlicht ein Technik-Problem, aber jedenfalls gut zu wissen.
Ich darf Ihnen versichern, den Unterschied zwischen CO2 und CO zu kennen …
herzliche Grüße! Regina Pöll

Ich möchte mich auf diesem Weg bei Ihnen für das vorgefallene Missverständnis, das nach Ihrer Aussage auf einer problematischen Konvertierung des Textes, speziell der Subskripte, beruht und daher ein technisches Problem ist, entschuldigen und Ihnen mitteilen, dass ich davon ausgegangen bin, dass Sie den Unterschied zwischen Kohlenmonoxid und -dioxid kennen.

Meine Kritik, die ich in verschiedener Form schon öfters auf diesem Weblog geäußert habe, liegt im Wesentlichen darin, darauf hinzuweisen, wie viele Fehler sich gerade in den Online-Ausgaben der großen österreichischen Tageszeitungen finden.

Ich gehe davon aus, dass alle JournalistInnen über die entsprechenden Deutschkenntnisse verfügen, um in der Lage zu sein, die überwiegende Mehrheit der grammatischen Fehler zu vermeiden. Um zu erklären, warum es zu einer solchen Häufing von Fehlern in Artikeln kommt, fehlen mir die Informationen, das Problem scheint aber strukturell verankert zu sein. Darüber, welche Ursachen tatsächlich dahinter stehen, kann ich an dieser Stelle nur spekulieren. Unterbesetzte Redaktionen, der scheinbar notwendig gewordene Zwang des Journalismus, jedes Thema in möglichst kurzer Zeit möglichst umfangreich zu bearbeiten, Redaktionssysteme, die die Konvertierung von Text auf verschiedene Ausgabemedien nur unzulänglich leisten, fehlende Lektorate, um solche technischen Unzulänglichkeiten auszumerzen. Es ist bezeichnend für die von mir beschriebenen Probleme, dass die Fehler, die ich an Ihrem Artikel kritisiert habe, bis heute nicht korrigiert wurden.

Schlussendlich freut es mich, dass meine Arbeit auf diesem Weblog nicht ganz unbeachtet bleibt und ich dazu beitragen kann, dass diese Probleme möglicherweise diskutiert werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Martin Skopal

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