Langer Abschied

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Ich war an dem Tag in Kuba, als Fidel seinen Rücktritt als Präsident bekannt gab. Wenige Tage, bevor der aus 614 Mitgliedern bestehende Nationalkongress den neuen Präsidenten wählen würde. Die Kubaner waren genauso überrascht wie ich. Es war schwierig, überhaupt eine Zeitung zu bekommen, während sonst Zeitungsverkäufer an jeder Ecke zu finden waren. Zeitungen, vor allem die „Granma“, das erste Parteiblatt Kubas, waren ausverkauft oder ihre Verkäufer nicht länger auf der Straße zu finden. Am Prado in La Habana habe ich einen Verkäufer gefunden, 25 CUC Cent, um das zweite Parteiblatt, „juventud rebelde“ zu erstehen, in dem die Botschaft genauso auf der Titelseite abgedruckt wurde. Die Kubaner spekulierten, was geschehen würde. Die Mehrheit war jener Meinung, die sich am Sonntag darauf bewahrheitet hat. Raúl Castro wurde Staatschef. Der ewige Verteidigungsminister und Erste Vizepräsident hinter Fidel, sein um 5 Jahre jüngerer Bruder, hat das Ruder in die Hand bekommen. Seit anderthalb Jahren führt er es interimistisch, seit Fidel durch seine Darmerkrankung nicht länger körperlich fähig war, die Regierungsämter auszufüllen. Raúl wird als Pragmatiker und Analytiker, der sich durch Zahlen und Fakten, weniger durch seinen Bauch und 8-stündige Reden leiten lässt, charakterisiert. Und als einer, der nach dem Artikel „Der Schattenmann“ der FAZ es wagte, seinem Bruder mitzuteilen, dass er nun doch schon 7 Stunden gesprochen hätte. In seiner Antrittsrede hat Raúl den Kubanern einiges versprochen. Wie er das erreichen möchte, kann ich nicht sagen, aber dass er die Ziele, die er sich gesteckt hat, oft erreicht hat, steht fest. Die nächste …