Ernst Hinterberger – Salz der Erde

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[amazonify]3901761691:left:image::200px:200px::http://bouquinisten.mask.at/wp-content/uploads/2008/08/41kew7qjysl_ss500_.jpg[/amazonify] Es ist schwierig, etwas zu „Salz der Erde“ von Ernst Hinterberger zu schreiben. Durch seinen Hauptcharakter Edmund Sackbauer, genannt Mundl, der einige Jahre später in Ein echter Wiener geht nicht unter, österreichische TV-Geschichte geschrieben hat, wird das Unterfangen nicht einfacher. Das Problem dabei ist, dass der bekannte Grantler der Serie gerade am Ende nur mehr wenig mit der Figur des Buches gemein hat. Edmund Sackbauer nimmt die zentrale Stellung in der Familie Sackbauer ein. Er sieht sich als pater familias und unter seinem Schreckensregiment leidet die ganze Familie. Sohn Karli nicht so besonders, da er dem Vater am ähnlichsten ist, aber als dieser das Stemmen bleiben lässt, ist es auch mit ihm vorbei. Da hilft ihm auch nicht das Engagement als Freistilringer und der Erfolg, den er dabei hat. Das Ringen bleibt für Mundl eine „ausgmachte Sach“ und damit kein ehrlicher Sport. Da trinkt er lieber Bier und reißt und stoßt Eisenstangen gen Himmel im Hinterzimmer. Das Buch erzählt konsequent die Geschichte der Demontage der alleinigen Macht des Vaters innerhalb der Familie. 1966 erstmals veröffentlicht, trifft Hinterberger die Entwicklungen der Zeit damals aufs Korn. Den Machtverlust nicht verkraftend und als Auslaufmodell bleibt Edmund Sackbauer am Ende alleine auf der Straße zurück. Seine Kinder haben ihn verlassen, seine Frau lässt sich zwar nicht von ihm scheiden, macht ihm aber schwere Vorwürfe, da sie ihr Leben als vergeudet ansieht. Mit Edmund vergeudet. Immer weniger gelingt es ihm, seinen Kopf durchzusetzen, gegen Hanni, seine Tochter, gegen Karl, der als sein jugendliches Ebenbild …

Patricia McKillip – Winter Rose

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[amazonify]0441009344:left:image::200px:200px::http://bouquinisten.mask.at/wp-content/uploads/2008/05/51f093zadjl_ss500_.jpg[/amazonify] Seitdem ich mit Od Magic begonnen habe, kann ich von Büchern von Patricia McKillip kaum noch die Finger lassen. Nachdem ich aber, fürchterlicherweise, recht bald alle gelesen habe, ist dieser Lesewahnsinn auch bald vorbei. Die Bücher sind ja, bis auf die [amazonify]0441005969::text::::Riddle-Master:[/amazonify] Trilogie, alle durchwegs zügig geschrieben und kaum 300 Seiten stark. Was mich beim Lesen der Bücher erstaunt hat, war, dass sich mit jedem mehr Parallelen im Aufbau und der Struktur etablieren, als ich gedacht hätte. Eine dieser Strukturen ist, dass sich mehrere Charaktere jeweils im Kreis pro Kapitel abwechseln. Zum Beispiel: Vier Hauptcharaktere, dann immer vier Kapitel, jeweils eines aus der Sicht eines der Charaktere geschrieben, bis der Zyklus wieder von vorne beginnt. Aufgebrochen wird dies nur, wenn gegen Ende mehrere dieser Charaktere zusammengeführt werden und der Höhepunkt drohend sein Haupt erhebt. Eine wohltuende Unterbrechung dieses Schemas war Winter Rose. Das Buch ist komplett in der ersten Person verfasst, aus der Sicht von Rois Melior, der Tochter eines größeren Bauern und des Nachbarn von Corbet Lynn, der in das Haus seines Großvaters zurückgekehrt ist, um es wieder aufzubauen. Corbet ist schön und mysteriös. Der Mord seines Vaters an seinem Großvater und dessen anschließendes Verschwinden überschattet die Familiengeschichte und ist bis heute ein bedeutendes Gesprächsthema des Ortes. Rois’ Schwester Laurel verliebt sich in Corbets Schönheit, während sich Rois in seinem Mysterium verliert, um der Wahrheit hinter diesem Schritt für Schritt näher zu kommen. McKillip versteht es – wie immer, könnte man meinen – das Erzähltempo der Geschichte perfekt an die …

Carlo Collodi – Pinocchio

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[amazonify]3257233744:left:image::200px:200px::http://bouquinisten.mask.at/wp-content/uploads/2008/04/41nwgmlmfpl_ss500_.jpg[/amazonify] Die meisten Leute um 30 werden sich noch an die Zeichentrickserie „Pinocchio“ erinnern, die in Japan Mitte der 70er Jahre produziert und erstmals in Deutschland 1977-78 ausgestrahlt wurde. Die Geschichten basieren alle auf dem gleichnamigen Kinderbuch, welches 1881 in einer italienischen Zeitschrift erschien. Ich war von Beginn an vorsichtig beim Lesen. Was erwartet einen? Kindererziehung des 19. Jhdts. Anhand moralischer Ideale wird deduziert, wie sich ein anständiges und ordentliches Kind zu verhalten hat und wie streng Eltern sein müssen, um diese Ideale ihrem Kind einzuprägen. Collodi dient für diesen Beweis die hölzerne Figur des Pinocchio, der jeden Fehler begeht, den ein schlimmes Kind begehen kann. Pinocchio ist unstet, eigensinning, egoistisch, immer auf seinen Vorteil bedacht. Er ergreift jede Möglichkeit neugierig beim Schopf, um aus seinem Alltag ausbrechen zu können. Dieses Ausbrechen aus den elterlichen Rahmensetzungen hat zur Folge, dass ihm allerlei schlechtes geschieht und er durch diese schlechten Erlebnisse aber auch an sich selbst wachsen kann. Pinocchios Lügen haben bekanntlich keine lange Beine. Die Erklärung dafür ist einfach: „Wieso aber weißt du, dass es eine Lüge war?“ „Die Lügen, mein Junge, erkennt man sofort, es gibt nämlich zwei Arten: Es gibt Lügen, die haben kurze Beine, und solche, die haben lange Nasen. Die deinen gehören zu denen, die eine lange Nase haben.“ (Seite 85) Das größte Ärgernis in jeder Kindheit, die, wie es sich Pinocchio so sehnlichst wünscht, ausgiebig genossen werden soll – das 19. Jhdt war die Hochburg biedermeierscher Kindheitsträume – die Schule, stellt auch für Pinocchio ein …

Patricia McKillip – Od Magic

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[amazonify]0441013341:left:image:::::http://books.mask.at/wp-content/uploads/2008/04/51t4q9j83vl_sl160_.jpg[/amazonify] Od ist die bedeutendste Magierin im Land. Sie hatte sich dem König vorgestellt und eine Schule für Magie in der Hauptstadt gegründet, nachdem der König erkannte, dass er diese Dame nicht so leicht ziehen lassen kann. Seither sind viele Jahr vergangen. Od hat irgendwann einmal ihrer Schule den Rücken gekehrt und schaut nur gelegentlich – alle paar hundert Jahre oder so – vorbei. Lebenszeichen der Gründerin sind selten. Als ein Junge zur „Hintertür“ hereinspaziert, wird dieser umso erwartungsvoller aufgenommen. Diese Tür benutzt normalerweise niemand… Od Magic ist eine Geschichte des Aufbegehrens gegen erstarrte Strukturen, ein Plädieren für Eigenständigkeit, Individualität und Freiheit. Wie immer lässt McKillip den Ort der Handlung im großen Rahmen unbeschrieben, hält sich nur dort auf, wo es tatsächlich notwendig ist. Ihre Beschreibung von Magie ist gerade in diesem Werk wundervoll. Magie liest sich magisch 😉 Ich weiß nicht, wie gut die deutsche Übersetzung [amazonify]3442243920::text::::Der Zaubergärtner:[/amazonify] gelungen ist.