Bücher machen Probleme

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Die Vereinigten Staaten schaffen es immer stärker, sich aus der Welt in die Isolation zurückzuziehen und sich daraus nur noch zu befreien, wenn sie ein anderes Land überfallen. Scheint zumindest so, wenn man Berichte liest, wie diesen des USA Greencard Centers. Was mich daran verwundert, ist, daß sie dies auch noch als scheinbaren Werbetext benutzen, so, als würden sie herzlich willkommen sein, wenn sie nur eine Greencard registrieren und, um eine zu bekommen, auch zahlen müssen, womit sie diesen Auswuchs weiter finanzieren. Das Fakt, das jemand ausgewiesen wird, nur weil er scheinbar falsche Bücher gelesen hat, wie wahrscheinlich aus Amazon-Kundendaten hervorgegangen ist, da die Einreisebehörde, wie es scheint, auch diese auswertet und einen weiteren Punkt darstellt, der in dem Artikel thematisiert wird, geht in die Richtung, daß das Medium Text ähnlich behandelt wird wie zu jenen Zeiten, als man dieses als direkten Angriff auf ein System gewertet hat. Mit aus dem Grund, daß man sich gegen einen Text kaum zur Wehr setzen kann, da dieser nur mit sich selbst antwortet, niemals jedoch direkt auf eine an den Text gestellten Frage. Walter Ong formuliert das in seinem Werk „Oralität und Literalität“ folgendermaßen:“Das Delphische Orakel war für die Prophezeihungen nicht verantwortklich, denn sie galten als die Stimme des Gottes. Die Schrift und mehr noch das Gedruckte besitzen etwas von dieser prophetischen Qualität. Wie das Orakel oder der Prophet entfernt auch das Buch eine Äußerung von der Quelle, die in Wahrheit das Buch sagte, vielmehr schrieb. Wenn man zur Quelle, zum Autor vordringen könnte, könnte man jemanden belangen, allein, wo in einem Buch befindet sich der Autor?“
Ist das ein Neubeginn einer Textrezeption, die man eigentlich schon überwunden glaubte?

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