[Windelaffäre] Über Sinn und Unsinn von Kotfängern für Tiere

admin Gedanken 2 Comments

Wieder einmal schlägt das allseits bekannte Wiener Herz für Tier durch. Man will den Fiakerpferden Windeln verpassen. Damit kein unliebsamer Kot, sprich Pferdeäpfel, mehr unsere zum Weltkulturerbe erhobene Innenstadt verschandelt, so wie er es seit Anbeginn der Stadt vor 2000 Jahren getan hat. Warum das Ganze? Halten Menschen den Geruch von Pferdemist nicht mehr aus? Ist dieser inzwischen nicht schon über die Generationen hinweg im Erbgut derart verankert, daß er schon garnichtmehr aus unserer Nase wegzudenken ist? Oder haben der Gestank nach Diesel- und Benzinabgasen in den letzten 100 Jahren diesen restlos ausgemerzt, so daß wir uns des Geruchs derart nicht mehr erwehren können, daß sich unsere Nase verzweifelt abwendet, so die Dämpfe von Pferdeäpfel sie bedrängen?

Viele, viele Fragen bleiben bei solch einer Diskussion übrig. Und nicht nur, daß es den Pferden wahrscheinlich äußerst unangenehm sein muß, den ganzen Tag die eigene Scheiße zwischen den Beinen baumeln zu haben. Bildlich gesprochen natürlich. Ein Punkt, der mich an dieser hitzigen Debatte zwischen Fiakern und der Wiener Stadtverwaltung stört, ist, warum solche Windel für Pferde vorgesehen sind, von denen es im Stadtgebiet aber wirklich nicht mehr viele gibt, vor allem solche, die auch vor Fiakern gespannt werden, und nicht für Hunde, von denen es „hunde“rttausende gibt und die unsere von der MA 48 wunderbar glänzend polierten Trottoirs mit einer braunen Schicht überziehen. Wenn man sich das recht bedenkt, ist die Summe des auf der Straße und auf den Gehwegen liegenden Hundedrecks deutlich größer als die des gesamten Pferdemists. Müsste man dann nicht eigentlich eine Windel für Hunde zumindest andenken? Aber warum streuben sich hier wahrscheinlich alle Tierschützer und sonstige mitleidigen Tierliebhaber derart, daß sie nicht einmal den Gedanken diskutieren? Woran liegt das? Mich persönlich stört ungleich mehr und penetranter stinkender Hundemist viel viel mehr auf unseren Straßen als ein etwaiger Haufen Pferdeäpfel, den man ob seiner Größe noch dazu viel besser sieht und dementsprechend auch besser ausweichen kann. Meine Forderung an den Stadtsenat kann daher nur lauten, die Pferdewindel sofort wieder abzuschaffen und stattdessen umgehend gleiches für Hunde einzuführen, um den verzweifelt hinterherkehrenden Mitarbeitern der MA 48 die nötige Arbeit abzunehmen. Und auf die Pferdewindel zu verzichten. Oder überhaupt alles so zu lassen wie es ist und seit Anbeginn der Zeiten war.

Comments 2

  1. Ich fands einfach wirklich nur zum Schreien… aber ich glaub, das kann man doch ganz gut aus dem obigen rauslesen 🙂

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